Die Containersache ist schon ein eigenes Thema für sich. Ich versuche an dieser Stelle mal den prinzipiellen Ablauf und die Kosten zu erläutern.
Reihenfolge - eigentlich klar:
- Container kommt zu Euch nach Hause
- Zum Beladen des Containers habt ihr 2-4 Stunden Zeit, je nach Vereinbarung evtl. auch mehrere Tage.
- Container wird wieder abgeholt und zum Abfahrtshafen transportiert.
- Am Abfahrtshafen muss dieser noch den deutschen Zoll passieren.
- Dann wird der Container auf das Schiff geladen.
- Schiff nimmt Kurs nach Zielhafen auf.
- Bei Neuseeland kommt eventuell ein Zwischenstop in Singapur dazu.
- Am Zielhafen wird der Container vom Schiff entladen.
- Er verbleibt 1-2 Tage auf dem Hafengelände.
- Container muss durch Zoll (Import).
- Container muss durch MAF (siehe unten).
- Container wird zu Deinem neuen Zuhause gebracht.
- Zum Entladen des Containers im neuen Zuhause habt ihr ca. 4 Stunden Zeit
Wir hatten uns entschlossen, den Containertransport nach Auckland durch die Spedition BOBE organisieren zu lassen. Bedeutete für uns aber, dass wir ab Auckland Hafen eine lokale Spedition für den Transport in Neuseeland beauftragen mussten.
Ein Alternativangebot durch die Spedition Quirx lag uns ebenfalls vor, diese können auch den lokalen Transport in Neuseeland organisieren. Beide Speditionen reagierten jederzeit prompt und ohne Probleme auf unsere Rückfragen.
Hinweis: Wir hatten einen 20’’ Container. Da bekommt man locker einen 3-Personen Haushalt rein. Wir hatten noch versucht, nur z.B. einen halben Container zu mieten, aber bereits ab ca. 1/3 Containerfläche war dieses „Teilmieten“ teurer, also gleich den ganzen Container zu beschlagnahmen.
Der Container kann in ca. 3 Stunden für die Möbel und Umzugsgut eines 3-Personenhaushalts beladen werden. 2 Stunden halte ich für unmöglich.
Unbedingt vorher klären, ob der Container durch Eure Strasse kommt. Da kommt schon ein „ausgewachsener“ LKW mit dem Container, kleine Seitenstrassen können da ein Problem werden.
Kosten zur Orientierung
(in Klammern Bezug zu den oben genannten Punkten).
Deutschland
- Bereitstellung Container @home (1) 225-330 EUR
- Container Transport Bodensee – Hamburg (3) 625-665 EUR
- Seehafenhandling, Ausfuhrdokumente etc (4) 75-115 EUR
- ISPS, High Sec. Seal (4) 15-45 EUR
- Terminal Handling Charges (4) 152 EUR
- Transport nach NZ inkl. Bunkerzuschlag (5) 1310 - 1490 USD
- Management / Kommunikation (1-10) 0 - 110 EUR
Neuseeland
- Importdokumente/Import Documentation (7) 35 - 180 NZD
- MAF Gebühren/MAF Fees (8) 0 - 20 NZD
- Hafen-Sicherheitsgebühr/Port Security Fee (6) 12 – 135 NZD
- Hafengebühren/Terminal Handling Charge (6) 300 – 415 NZD
Erst wenn diese Gebühren bezahlt sind, wird der Container von der Schifffahrtsgesellschaft endgültig freigegeben! Dann übernimmt die lokale Spedition in Neuseeland den Container: - MAF Gebühren für die Inspizierung des Umzugsgutes @residence mind. 350 NZD
- Transport Container im Umkreis max 50km von Auckland Hafen (9) 350 – 800 NZD
In der Regel überprüft die MAF den Container nicht am Hafen, sondern direkt bei Euch zu Hause (= @residence). Er schaut diverse Kisten durch, Fokus liegt dabei auf allem, was mit Erde und/oder Wasser in Berührung kommt bzw. kam.
Eine Packliste hilft dabei. Diese Packliste beschreibt den Inhalt Eures Containers. Jede Kiste wird nummeriert, und diese Nummer inkl. Beschreibung des Inhaltes kommt auf diese Packliste. Lautet die Beschreibung "Beach Toys" ist es logisch, dass MAF diese inspizieren möchte.
Was mitnehmen im Container?
- Korbsachen, Holzmöbel, Buddhafiguren (Sandelholz), Teakholz-Gartenstühle etc. - alles Null-Problemo.
- Elektrische Geräte wie z.B. Kühlschrank, Mikrowelle, Tiefkühltruhe, Spülmaschine mitnehmen. Nicht jedes Haus hat zwingend alle elektrischen Geräte in der Küche. Herd war aber immer im Haus dabei. Falls was doppelt sein sollte, beim Garage Sale verkaufen. Lampen etc. zu Hause lassen.
- Jedes Haus hat hier eingebaute Deckenleuchten, und davon in der Regel wirklich genügend. Allenfalls eine Stehlampe o.ä. mitbringen.
Telefon, Fernseher mitnehmen. Analoge Telefone funktionieren auf jeden Fall, alte Fernseher ebenso. - Computer, Telefon etc. nicht in Deutschland kurz vor dem Umzug neu kaufen. Ist in Euro umgerechnet etwas billiger in Neuseeland, bei Notebooks durchaus 30 %!
- Möbel - das ist ein extra Thema! Jedes Haus, das wir angeschaut hatten, hatte in jedem Zimmer einen Einbauschrank mit Regalen und Kleiderstangen. Das ist wirklich ungemein praktisch, weil man eben keinen Kleiderschrank braucht! Aus heutiger Sicht würde ich einen Kleiderschrank definitiv in Deutschland verkaufen oder irgendwo lagern.
- Bilder: Schwere Bilderrahmen können hier nicht aufgehängt werden, einfache rahmenlose Bilder sind sicherlich in Ordnung. Die Wände in den Häusern sind hier aus Holz und anstelle von Schrauben und Dübeln werden nur einfach Nägel in die Wand gehauen. Und diese Nägel können eben das Gewicht eines schweren Bilderrahmens kaum tragen.
- Elektrik wie Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen, Lüsterklemmen etc. ist in Neuseeland sündhaft teuer, schon fast aberwitzig (Lüsterklemme 12 Pole für NZD 5.50!). Am Besten sind Kabel und Steckerleisten, wo der deutsche Stecker abmontiert werden kann und stattdessen dann der neuseeländische Stecker mit Kabel/Steckerleiste verbunden wird.
- Alkohol: War kein Thema. Ein paar gute Flaschen Wein hatten wir dabei und auch angegeben.
- Beachten für Container Hitze: Der Container kann auf seinem Weg nach NZ ganz schön heiß werden.
- Parfüm: nicht in den Container (zu heiß), sondern in den Flieger mitnehmen.
- Drucker: Druckerpatronen entnehmen, Trocknen ansonsten total ein.
- Matratzen: Nicht in Folie einpacken. Aufgrund der Temperaturunterschiede könnte Wasser auskondensieren und mit der zwischenzeitlichen Hitze freuen sich alle Schimmelpilze über ihre Kultivierung....
- Waschmaschine, Trockner etc. Dafür sorgen, dass Türen unbedingt geöffnet sind. Die Feuchtigkeit greift ansonsten die Gummierungen an. Direkt nach Containerankunft Dichtungen prüfen und gleich waschen.
- Lagerung Gegenstände im Container: Es ist relativ schwierig, die Gegenstände so zu verstauen, dass die Möbel noch Spielraum besitzen aber auf der anderen Seite nicht „hin-und-her-schlackern“ können. Es existieren auch nur wenige Halterungen auf der Containerinnenseite, wo man Seile etc. zum Fixieren durchziehen kann. Wir haben die Möbel einfach gut verkeilt, schwere Sachen auf den Boden und die Leichten Dinge nach oben.
- Achtung: Wir haben von anderen gehört, dass sie Wasser im Container stehen hatten. Das ist natürlich ganz ekelhaft. Wir hatten vorsorglich die guten Möbel höher gelagert als die „einfacheren“ Möbel.
Der Tipp am Schluss:
Preise unbedingt vergleichen. Lieber ein bischen teurer mit einem, der sich auskennt, als zu billig mit einer Spedition, die das Ganze zum ersten Mal macht. Mal googeln ob es Beschwerden über die Spedition gibt!
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